Ostern am Königssee im Berchtesgadener Land
Ostern ist das christliche Fest der Auferstehung Jesu Christi vom Tod. Die Karwoche, die letzte Woche vor dem Ostern beginnt mit dem Palmsonntag, dem ersten bedeutenden Tag des Osterfestes. Dieser Tag hat auch im Berchtesgadener Land und vor allem rund um den Königssee einen großen Stellenwert.
Als Erinnerung an den Einzug Jesus in Jerusalem werden am Palmsonntag Palmbäume sogenannte „Palmbuschn“ in der Kirche geweiht. Ein „Palmbuschn“ ist ein Weidenzweig mit Weidenkätzchen der bis zu 150 cm groß sein kann. Dieser ist mit gefärbten Hobelspänen, den „Schaberbandeln“ bunt geschmückt. Abschließend wird der Zweig unten noch mit Buchs oder Zederzweigen abgebunden.
Die „Palmtragerbuam“, junge Burschen dürfen die „Palmbuschn“ dann zur Kirche tragen. Diese werden mit Weihwasser während der Messe geweiht und danach von den „Palmtragern“ zu Verwandten und Bekannten in die Häuser gebracht, wo sie in die Herrgottwinkel hinter ein Kruzifix gesteckt werden. Dafür gibt es für die jungen Burschen meist kleine Geldgeschenke.
Man glaubt in der Region um den Königssee noch daran, dass diese „Palmbuschn“ den Blitz von Haus und Feld fernhalten. Deshalb sieht man im Frühjahr auch viele dieser Palmbuschen mitten in den Feldern stecken. Oft sieht man sie auch auf den Gräbern der Verstorbenen.
Eine Woche später ist dann bereits Ostersonntag. Die Nacht nach Karsamstag zum Ostersonntag ist die sogenannte Osternacht. Die verschiedenen Pfarreien im Berchtesgadener Land begehen zu diesem Anlass eine Feier, die in der Morgendämmerung stattfindet und währenddessen eine Speisenweihe vollzogen wird. Ein festliches Familienfrühstück ist dann der Abschluss der Fastenzeit.











