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Wadelstrümpfe Berchtesgadener Tracht

Tradition & Brauchtum

Gelebte Traditionen, Brauchtum und Kultur

Erleben Sie außergewöhnlichen Brauchtum hier bei uns in Schönau a. Königssee.

 

Trachtenvereine

Wie sonst kein anderer Berufsstand, waren und sind die Bauern den Naturgewalten ausgeliefert. Aus diesem Bewusstsein ist ein tiefer Glaube entstanden, der sich in zahlreichen kirchlichen Festen und religiösen Bräuchen wiederspiegelt.

Dass im Berchtesgadener Land die Tradition noch gelebt wird, erkennt man besonders and den zahlreichen Trachtenvereinen und deren Mitgliedern. In Schönau a. Königssee ist das der Gebirgstrachtenerhaltungsverein "D´Funtenseer". Zweck und Aufgabe der Vereine ist die Erhaltung, Pflege und Förderung der bodenständigen Tracht die Erhaltung und Förderung von Brauchtum, Volkstanz (auch Schuhplattlertanz), Mundart, Volkslied, Volksmusik und der kulturellen Eigenarten im Vereinsbereich und die Jugend mit den Grundsätzen der Heimat- und Brauchtumspflege vertraut zu machen und sie zu Brauchtumsträgern heranzubilden. In den Sommermonaten laden die Trachtenvereine zu sog. "Almtänzen" ein, wo sie ihr können und ihre Liebe zur Tracht an die Gäste weitergeben möchten.

Ostern im Berchtesgadener Land   

Im Frühling, oft sind die Felder noch schneebedeckt, bringt der Palmsonntag die ersten kräftigen Farbtupfer ins Land. An diesem Sonntag vor Ostern ist es in Berchtesgaden üblich, die sogenannten Palmbuschen (mit gefärbten Hobelspänen-Schoberbandl geschmückte Weidenzweige) in den Kirchen segnen zu lassen. Die Menschenschar, darunter viele in ortsüblicher Tracht gekleidete Buben und Mädchen, die sich zu diesem Anlass mit oft beachtlichen Palmbäumen vor der Kirche versammeln, bietet ein prächtiges Bild. Die gesegneten Palmbuschen werden nach altem Brauch in den "Herrgottswinkeln" der Wohnstuben hinter die Kreuze gesteckt sowie in die Ställe und auf die Felder gebracht. Sie bringen den Wunsch nach Gesundheit für Menschen und Tiere, aber auch die Bitte um eine gute Ernte zum Ausdruck.

Am Ostersonntag legen viele Einheimische auf die Speiseweihe wert. Die Frauen bringen Körbe mit gefärbten Eiern, verzierte Butterlaiben, einen Fladen Brot und einem gebackenen Osterlamm mit in die Kirche, damit die Familie das Ende der Fastenzeit mit geweihten Speisen begehen kann.

Wallfahrten

Jährlich am Samstag nach dem 24. August, dem Bartholomäustag, findet die Wallfahrt von Maria Alm nach St. Bartholomä statt. Frühmorgendlicher Ausgangspunkt ist das Riemannhaus. Traditionell wird hier nach dem ca. dreistündigen Aufstieg von Maria Alm eine Bergmesse gefeiert. Weiter geht es dann durch das Steinerne Meer in Richtung Funtensee, dann im Zickzack die Kehren der Saugasse hinab bis zum Königssee und St. Bartholomä. Dort werden die Wallfahrer nach ca. zehnstündigem Marsch schon von den Berchtesgadener Holzknechten am Eisbach erwartet.

Am Tag nach der Wallfahrt ist St. Bartholomä nach der Feldmesse Schauplatz des Kirchweihfestes, an dem auch die Almer Musikkapelle teilnimmt. Zum Abschluss der Wallfahrt hängen ihre Mitglieder noch heute einen Kranz an das Gedenkkreuz an der Felswand, wo vor 300 Jahren das Unglück passierte. Anlass zu dieser ältesten Gebirgswallfahrt Europas soll die im Jahre 1635 im benachbarten Salzburgerischen wütende Pest gegeben haben. Am 23. August 1688 sind bei der Floßüberfahrt nach Königssee über 70 Personen ertrunken. Bis in die 20er Jahre wurde die Wallfahrt als gesellige Sache aufrechterhalten. Der vorläufige Niedergang kam mit den politischen Wirren und der Krise der Zwischenkriegszeit. Erst 1951 begann auf Initiative der Almer Musikkapelle und einiger überzeugter "Bartlmä-Geher" hüben und drüben wieder der Brauch der Wallfahrt nach St. Bartholomä.

Video über die Almer Wallfahrt

Der Almabtrieb

Da das Futter im Tal in früheren Zeiten nicht für das ganze Vieh ausreichte trieb man die Tiere im Sommer auf die Alm. Eine Sennerin oder ein Senner betreuen die Tiere dort Tag und Nacht. Sie bewirten (teilweise) Wanderer und Spaziergänger mit selbstgemachten Käse und frischer Kuhmilch. Wenn kein Tier und kein Mensch über den Sommer zu Schaden kam, wird bereits um Bartholomäus (24. August) damit begonnen die sog. "Fuikln" herzurichten. Als "Fuikln" bezeichnet man im Berchtesgadener Land den Kopfschmuck der Tiere den sie während dem Almabtrieb tragen. Dieser wird sehr aufwendig in Handarbeit aus bunten "Schaberbandeln" hergestellt.

Eine große Attraktion ist besonders der Almabtrieb in Schönau a. Königssee von der Salet-, Moos- und Fischunkelalm. Diese Almen sind nur mit dem Boot erreichbar, daher müssen die Tiere mit Hilfe von sog. "Landauern" (große Transportschiffe) über den Königssee zur Seelände gebracht werden.

Almabtrieb am Königssee >>

Kramperl und Buttnmandl

Besonders vielseitig sind am Ende des Jahres die weihnachtlichen Bräuche. Als Relikt aus der Keltenzeit und durch den Hl. Nikolaus dem Christentum integriert, ziehen im Advent wilde, glockenbehängte Gestalten in Fell und Stroh, genannt Kramperl und Buttnmandl, durch das Tal. Sie sollen durch furchterregendes Aussehen und den ohrenbetäubenden Krach der Kuhglocken die bösen Geister vertreiben. Am 1. Adventsonntag treiben sie ihr Unwesen in Loipl, am 5. und 6. Dezember in den meisten anderen Gemeinden Berchtesgadens, am 2. Adventsonntag in Winkl und in Maria Gern sind sie am Hl. Abend anzutreffen.

Weihnachten - Fest der Liebe

Ein Einkehrbrauch ist das "Klöcklsingen" an den ersten drei Donnerstagen im Dezember. Zogen ehedem die armen Leute von Haus zu Haus, um mit Liedern und Gebeten den Hausleuten Segen zu bringen und als Dank Lebensmittel zu erhalten, sind es heutzutage meist Kinder und Jugendliche, die diese Tradition gegen eine Taschengeldaufbesserung fortsetzen.

Eine Woche vor Weihnachten findet jeden Nachmittag um drei Uhr das Christkindlläuten und Christkindlschießen statt. Durch den Glockenklang sämtlicher Kirchen und die Salven der Böllerschützen soll das Christkindl leichter den Weg zur Erde finden. Gleichzeitig wird in der Stiftskirche eine Andacht abgehalten.

In der Silvesternacht, der zweiten von drei sogenannten Rauhnächten, in denen die Macht böser Geister besonders stark wirksam sein soll, beten gläubige Familien den Rosenkranz und gehen mit Weihrauch durch alle Zimmer des Hauses und den Stall.
Das alte Jahr wird um Mitternacht mit Böllerschüssen vertrieben und das neue Jahr lautstark verkündet.

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